Andacht für heute

WOCHE VOM VIERTEN SONNTAG NACH OSTERN

Mittwoch, 18. Mai 2022
Für die Andacht vom Vortag bitte nach unten scrollen!

Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib.
1. Kor. 15, 42—44

Da hast du, was der Heilige Geist sagt von der Herrlichkeit, welche dein Leib haben wird, wenn er aus der Erde aufersteht.

Jetzt ist dein Leib verweslich, hat eine verwesliche Art, das Feuer der Verwesung glimmt in ihm, es bricht hie hervor und da, und er wird gänzlich verwesen in der Erde.

Aber in der Auferstehung wird er lauter unverwesliches Leben sein.

Jetzt ist dein Leib in Unehre, Gottes Schöpfung ist verunehrt, und gar greulich und verächtlich wird er in der Erde liegen.

Aber in der Auferstehung wird er lauter Herrlichkeit und Klarheit sein.

Jetzt ist dein Leib in Schwachheit, irgendein Zufall mag ihn verderben, ein in ihn gewehtes Krankheitskeimlein mag ihn töten.

Aber in der Auferstehung wird er lauter ewige Kraft sein. Doch noch mehr.

Jetzt ist dein Leib ein n a t ü r l i c h e r Leib, „der isst, trinkt, schläft, verdaut, zu- und abnimmt, Kinder zeugt etc.“, wie D. Luther das auslegt.

Aber in der Auferstehung wird er ein g e i s t l i c h e r Leib sein, „der solches keines bedarf, und doch ein wahrer Leib vom Geiste lebendig ist“, wie D. Luther abermals sagt.

So gewiss du jetzt einen natürlichen Leib hast, so gewiss wirst du einst einen geistlichen Leib haben. Denn siehe, der erste Mensch, Adam, von dem du herkommst, wurde, wie du in der Schrift lesen kannst, für das natürliche Leben gemacht, aber der letzte Adam, Christus, mit dem du durch den Glauben verbunden bist, ist durch seine Auferstehung in das geistliche Leben getreten: sein menschlicher Leib ist von seiner Gottesnatur und Geist durchdrungen und geistlich gemacht. Da siehst du zweierlei Beschaffenheit des menschlichen Leibes: die natürliche und die geistliche. Aber der geistliche Leib ist nicht der erste, sondern der natürliche, danach der geistliche. Der erste Mensch, Adam, ist von der Erde und irdisch, für dieses irdische Leben. Der andere Mensch, Christus, ist der HErr vom Himmel und deshalb, wahrhaftig, für das himmlische Leben. Wie nun der irdische Adam war, so sind auch wir Irdischen: Solange wir auf dieser Erde sind, haben wir einen natürlichen Leib wie Adam. Aber wie der himmlische Christus ist, so werden auch wir Himmlischen sein: Wenn wir auferstehen und in den Himmel kommen, werden wir einen geistlichen Leib haben wie Christus. Wie wir getragen haben das Bild des irdischen Adam, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen Christus.

Also unser armer Leib wird in der Auferstehung unverweslich, lauter Herrlichkeit, lauter Kraft und geistlich sein, geistlich, nicht mehr den Gesetzen dieses natürlichen Lebens unterworfen, für das himmlische Leben geeignet, verklärt, von unserem himmlisch gemachten Geist durchdrungen, dem verklärten Leib Christi ähnlich.

O Wunderhoffnung!

Gebet
HErr, mein Gott, ich kann’s nicht fassen! Aber ich werde es gewisslich schauen, erleben, erfahren, genießen. Dein Wort, das nicht fehlt noch vergeht, verbürgt mir’s. Welche Herrlichkeit!
O HErr JEsus, lass mich dein sein und bleiben bis an mein Ende, dass ich erlange und schaue, wonach ich mich jetzt im Glauben sehne, dass ich satt werde, wenn ich erwache nach deinem Bild.
Amen.

***

Vers
Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herzlich gehen; irdisch werd' ich ausgesät, himmlisch werd' ich auferstehen; hier geh' ich natürlich ein, nachmals werd' ich geistlich sein.
Andacht

vom

Vortag
WOCHE VOM VIERTEN SONNTAG NACH OSTERN

Dienstag,
17. Mai 2022

So auch die Auferstehung von den Toten.
1. Kor. 15, 42

Gott gibt einem jeglichen Saatkorn beim Aufgehen seinen eigenen Leib, nicht einen anderen. Aus einem Weizenkorn erwächst kein Gerstenhalm. Ja, aus jedem Saatkorn erwächst der Leib eben dieses Saatkorns, nicht der eines anderen. Aber doch ist die Herrlichkeit des aufgehenden Saatkorns eine viel, unendlich viel größere als die des in die Erde gelegten. Genau so auch die Auferstehung von den Toten.

Jeder Mensch wird bei der Auferstehung wieder einen menschlichen Leib haben, nicht einen Leib anderer Art und Wesens. Und jeder Mensch wird bei der Auferstehung seinen eigenen Leib wieder haben, nicht einen ganz neuen und fremden. Du wirst wieder da sein, nicht ein anderer. Aber doch wird die Herrlichkeit unseres Auferstehungsleibes so unendlich groß sein, dass zwischen unserem Auferstehungsleib und unserem jetzigen Leib ein Unterschied sein wird wie zwischen Himmel und Erde.

Lass dir Gleichnisse sagen! Nicht ist alles Fleisch ein und dasselbe Fleisch, sondern ein anderes Fleisch ist das der Menschen, ein anderes das des Viehes, ein anderes das der Fische, ein anderes das der Vögel. Und es sind himmlische Körper und irdische Körper. Bei der Auferstehung wirst du kein anderes Fleisch, keinen anderen Körper empfangen, sondern dein menschliches Fleisch, deinen eigenen menschlichen Körper.

Aber nun was die Herrlichkeit anbelangt: Eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen Körper und eine andere die irdischen. Eine andere Klarheit hat die Sonne, eine andere Klarheit hat der Mond, eine andere Klarheit haben die Sterne. Denn ein Stern übertrifft den anderen nach der Klarheit. Also, was diese Herrlichkeit anbelangt, auch die Auferstehung von den Toten. Da wird dein Leib deinen jetzigen Leib an Herrlichkeit und Klarheit und himmlischer Eigenschaft weit, weit übertreffen, obwohl er derselbe Leib sein wird. Du hast heute nichts wesentlich anderes gehört als gestern. Aber diese Sache ist wert, wohl verstanden zu werden.

Und morgen sollst du hören, in welcher Weise dein Auferstehungsleib den Leib, den du jetzt hast, an Herrlichkeit übertreffen wird, obwohl er derselbe sein wird.

Gebet
HErr, mein Gott, ich bin Asche und Staub und weiß nicht, wie lange mein Leben hier auf der Erde währt. Bald, heute noch, kann der Tod mich treffen. Und dennoch soll ich ewig leben. HErr, du lässt mich durch dein Wort in die Ewigkeit blicken und lässt mich eine große und ewige Herrlichkeit sehen, zu welcher ich aufwachen und auferstehen soll. HErr, ich bin dein durch JEsus Christus, meinen Heiland, den Todesüberwinder. Tue mir nach deinem Wort!
Amen.

***

Vers
Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgetan.

aus
Brosamlein
Tägliche Andachten
von Pastor Carl Manthey – Zorn


mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Immanuel – Gemeinde – Steeden, Steedener Hauptstr. 1, 65594 Runkel.

ACHTUNG!!! Der Download ist aus urheberrechtlichen Gründen NICHT ZULÄSSIG